von Julia Hensche und Matthias Valentin

Die Geschichte des Ortes ist Teil seiner Seele. Sie spiegelt sich wider in seinen Menschen und Bauten. Umsichtiger Umgang mit dem Bestand ist deshalb essentiell, um lokale Identität zu wahren. Bedeutende Bestandsgebäude wurden in allen fünf Quartieren erhalten und einer neuen Nutzung zugeführt. Die Art der Nutzung prägt auf diese Weise den Charakter des Viertels.

 

 
Lageplan: Fünf Quartiere mit Industriegeschichte

 

 
Blick in die Humboldtallee und neugestalteter Deutzer Park

 

Das Lindgens-Areal beispielsweise ist - neben seinem Hauptfokus auf Wohngebäude- bestimmt von Bauten mit kultureller Nutzung. Dort gibt es ein Theater und Veranstaltungsorte für Konzerte. Das Möhring-Areal besitzt im Gegenzug dazu in den wieder hergerichteten Hallen ein Einkaufszentrum und einen Markt. So wird es, zentral gelegen, zum Handelsmittelpunkt des Bebauungsgebietes. "Shared spaces" bilden einen weiteren wesentlichen Aspekt für den städtebaulichen Entwurf, genauso wie Grünräume, die der Erholung dienen und von übergeordneten Parks bis hin zu kleinen grünen Höfen reichen.

 

 

Levels

Matthias Valentin

Das Splitlevel, also ein Deckenversprung von circa einem Meter innerhalb eines Geschosses, ist namensgebend für diesen Entwurf. Es bietet einige Potenziale im Gegensatz zur üblichen Bauweise mit durchgehenden Decken.

 
Innenansicht Splitlevel und Gebäudelängsschnitt

 

Die Raumwirkung ist interessanter, wenn die Wohnung höhere und niedrigere Bereiche aufweist. Höhere Räume wirken großzügiger, luftiger und erlauben größere Fensterformate. Dies führt zu einer besseren Belichtung. Außerdem lassen sich in höheren Räumen Galerien oder Zwischenebenen einziehen, die die Qualität des Raumgefüges nochmals verbessern können. Eine Besonderheit des Entwurfs bilden zudem die Wohneinheiten, die sich zusammenschalten lassen. Je nach Art der Kombination sind Ein-Raum- bis Vier-Raum-Wohnungen möglich.

 

 
Hochbau: Lageplan, Fassadenansicht und Straßenperspektive

 

Für die Fassade wurde ein schlichter, eleganter Sichtbeton gewählt, der mit einer Kerndämmung versehen ist. Das Dachgeschoss ist zu einem Teil als Gemeinschaftsdachterrasse vorgesehen und zum anderen als Gründach mit einer Photovoltaik-Anlage.

 

 
Grundrisse im EG, 1.OG., 4.OG, 6.OG, DG und Schema

 

 

ConnAction - Vernetzung und Belebung der Nachbarschaft

Julia Hensche

Der Entwurf für das Wohngebäude, direkt am Deutzer Park gelegen, beschäftigt sich mit der Frage, wie Wohnen in der Zukunft aussehen kann und auf welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Schwerpunkte Wert gelegt wird.
 

 
Schwerpunkte des ConnAction-Konzepts

 

Gemeinschaftliche Wohnprojekte schaffen durch erweitere Raumangebote und Flexibilität in den Grundrissen die Möglichkeit, die Bewohner des Hauses miteinander zu vernetzen und gesamte Nachbarschaften positiv zu beeinflussen und zu beleben.

 

 
Gebäudelängsschnitt

 

Den gesamten Entwurf bestimmen fünf grundlegende Konzeptpunkte. Neben dem gemeinschaftlichen Wohnen ist die Variabilität der Grundrisse, die sich durch flexibel nutzbare Räume und die Modulbauweise der Wohnungen auszeichnet, sehr wichtig. Das zentrale Treppenhaus und die Gemeinschaftsräume werden zu Orten der Begegnung und Kommunikation. Der letzte Schwerpunkt befasst sich mit den drei Prinzipien der Nachhaltigkeit, Ökonomie, Ökologie und Soziales, die im Gebäude umgesetzt werden.

 

 
Außenansicht, Grundrisse Erdgeschoss und 1. Obergeschoss, Südansicht und Blick in den Gemeinschaftsgarten

 

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