von Max Tuchscheerer und Florian Jährling

Um ein Zusammenwachsen des 42 Hektar großen Gebietes zu ermöglichen, gilt es, der bis dato hochfrequentierten Deutz-Mülheimer Straße neben ihrer Funktion als Nord-Süd-Verkehrsachse eine verbindende Rolle zuteilwerden zu lassen. Durch eine Aufwertung des Straßenraumes in Verbindung mit gezielten baulichen Eingriffen in den Altbestand werden die links- und rechtsseitigen Gebäude, welche aufgrund der Hochparterres nur bedingt in den Straßenraum wirken können, entlastet.

 

 
Städtebau Lageplan

 

Aufgrund der Größe des Planungsgebietes erscheint die Ausbildung einer einzigen “Neuen Mitte“ als unvorteilhaft. Die Diversität der Areale erlaubt die Entstehung spezifischer, dezentral angeordneter Zentren, welche für sich stehen und im Quartier identitätsprägende Plätze schaffen. Dennoch ist aufgrund der Historie und der Fülle an erhaltenswertem Altbestand dem Möhring-Areal und dem ehemaligen KHD-Verwaltungsgebäude an der Deutz-Mülheimer Straße besondere Aufmerksamkeit zu schenken.

 

 
Hochbaukonzept

 

Die vorhandenen und qualitativ hochwertigen Grünräume, wie der Rheinpark im Süden, die Hafenmole und der Mülheimer Stadtgarten im Nordosten, sollen durch übergeordnete, neu angelegte Grünflächen in einer Kammstruktur innerhalb des Planungsgebietes miteinander verbunden werden. Durch das Öffnen einzelner Bahntrassen-Bögen soll auch die Stegerwaldsiedlung über öffentliche Grünzüge direkten Zugang zum Rhein erhalten. Auf der ehemaligen Parkfläche im Norden des Deutz-Areals erfolgt eine aufwendige Bodensanierung für den neuen Deutz-Park, welcher als größter, neu angelegter Grünzug den Norden Mülheims mit dem Planungsgebiet verbindet.

 

 
Hochbau: Perspektive Innenhof

 

 
Hochbau Perspektive Straßenseite

 

Die Etablierung des Auenweges zur motorisierten Hauptverkehrsachse birgt mehrere Vorteile. Nach dem Motto „Lärm zu Lärm“ ermöglicht dieses Vorhaben, den Verkehr über eine große Strecke am ohnehin akustisch belasteten Zoll- und Sicherheitshafen im Westen entlangzuleiten, um somit das Planungsgebiet von Verkehrslärm so lang wie möglich freizuhalten. Dies führt zu einer deutlichen Entlastung der Deutz-Mülheimer Straße, welche dadurch die Chance bekommt, entgegen ihrer trennenden Wirkung die Areale miteinander zu verbinden. Um dieses Potenzial voll ausschöpfen zu können, wird diese Hauptachse bis zum Kreuzungspunkt mit dem Auenweg zum „Shared space“ erklärt. Sie erhält eine qualitative Aufwertung und wird durch bauliche Eingriffe in den Bestand an strategisch wichtigen Punkten aufgeweitet. Durch unterschiedliche Materialität des Untergrundes mit Einbindung von Aufmerksamkeitsfeldern sowie durch die Installation von intelligenten Hindernissen im befahrbaren Straßenraum wird die Stellung von unmotorisierter Durchwegung gestärkt, ohne Zuliefer- oder Individualverkehr mit dem Auto komplett zu behindern. Durch die erweiterte Straßenbahnlinie mit diversen Haltepunkten wird die Versorgung mit dem ÖPNV gewährleistet, sodass individuelle Durchfahrten mit dem PKW überflüssig werden und das Zentrum autoarm gehalten werden kann.

 

 
Perspektive Auenweg

 

 

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